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Nachruf Claus Cohnen: Paradiesvogel auf dem Weg zu den Sternen

Am Dienstag erreichte uns die traurige Nachricht, daß ein langjähriges, aktives Mitglied des Chaos Computer Clubs aus Hamburg überraschend gestorben ist. Betroffen gedenken wir Claus “HoloClaus” Cohnen, einem frühen Mitglied der Chaos-Familie.

Claus vollzog über viele Jahre den Spagat zwischen Kultur und Technik in einer außergewöhnlichen Weise: Musik einerseits, grundlegende technische Arbeiten im Bereich der Holographie andererseits, die er mit Begeisterung betrieb und die ihm auch seinen Spitznamen einbrachte. Claus hat die aufkeimende Nerdkultur seit Mitte der 1980er Jahre an vielen Ecken mitgeprägt. Als schachspielender Nerd brachte er seinen Laptop an Orte der Kultur und Lebensfreude zu Zeiten, lange bevor Computer auch in der Kultur ihren Platz fanden.

Er schien alle und jeden zu kennen – mit einer Vorliebe für Menschen, die weder der Norm entsprachen noch dies anstrebten. Durch seine Mitwirkung am Kultfilm “Decoder” brachte er in den 1980ern erste Einflüsse des Cyberpunks in die Republik und verschaffte der Band “Die Tödliche Doris” den ersten Plattenvertrag. Er war mit vielen Künstlern befreundet und nicht nur durch seine Kleidung ein Paradiesvogel unter den Hackern. Er hatte diese Art bunter Leichtlebigkeit, die vielen abgeht, und fand stets den einen oder anderen Weg, sich durch’s Leben zu hacken. So haben wir ihn kennengelernt – so bunt und lebendig wird er uns in Erinnerung bleiben.

Claus wurde abrupt aus dem Leben gerissen, während er gerade noch am 30. Chaos Communication Congress mitplante. So bleibt uns nur, uns zu bedanken für die Kreativität, Hilfsbereitschaft, die wunderbaren Ideen, substanzielle Beiträge zur Chaoskultur und eine durchweg positive Lebenseinstellung, mit der sich Claus jahrzehntelang in unzählige Events und Aktionen des CCC tatkräftig eingebracht hat.